Danke

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich bei der Verwirklichung meines Afrikaabenteuers unterstützt haben und ohne die es nicht möglich gewesen wäre.

Danke an:

Meine Familie und Freunde, die mich jederzeit unterstützt haben. Auch wenn der eine oder andere mich anfangs wohl für verrückt erklärt hat.

Mein Team des VitaSol Fitnessclubs,die die 4 Monate für mich übernommen und den Laden super am Laufen gehalten haben.

Meinen Arbeitgeber, die VitaSol Therme GmbH, die mir diese Auszeit ermöglicht hat.

Meine Mitradler, die diese Tour zu einem unglaublichen Erlebnis gemacht haben. Besonders Sally-Ann, Steph, Rob, Douwe, Emma und Max.

TDA Global Cycling für die Oragnisation und vor allem an Tallis, Errol, Catalin, Josh, Ozgur, Mulee, Noah und Sharita. Die rund um die Uhr für unser Wohl gesorgt haben.

Familie Romeis, für ihre Gastfeundschaft und die tollen Tage in Windhoek.

Diana und Constanze, die mich in Kapstadt in Empfang genommen und mir den Einstieg ins normale Leben erleichtert haben.

Jessy, Tati und Netty vom Fussballstammtisch und Herrn Hofmann vom Markant in Holzhausen für Ihr Engagament für meine Spendenaktion.

Alle Spender, die ihren Beitrag für ShelterBox geleistet haben.

Alle Leser dieses Blogs. Gerade auch die Kommentare zu meinem Blog haben mich immer wieder motiviert durchzuhalten.

Die Kinder Afrikas, die bis auf wenige Ausnahmen einfach nur fantastisch waren und mit ihrer Offenheit und ansteckenden Lebensfreude so manches Mal ein Lächeln in mein Gesicht gezaubert haben.

DANKE!!!

 

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Daheim

Nach 12 stündigem Flug mit Zwischenstop in Windhoek sind mein Rad und ich am 19.Mai wohlbehalten in Frankfurt gelandet und wurden von meinen Eltern in Empfang genommen.

Ankunft

Es fühlte sich schon etwas komisch an wieder in Deutschland zu sein. Auf der einen Seite war es super schön meine Eltern wiederzusehen und ich freute mich sehr darauf den Rest der Familie, meine Freunde und Katze endlich wiederzusehen, aber auf der anderen Seite war ich schon taurig, dass mein großes Abenteuer nun wirklich zu Ende war.

Zurück im Lipperland erwartete mich eine von meinen Eltern organisierte Willkommensparty. Sie hatten alle meine Freunde, Familie, Nachbarn und Bekannte eingeladen. Es waren so viele Leute gekommen. Unglaublich. Ich hab irgendwann sogar ein bisschen den Überblick verloren, wer alles da war. Eine riesige Überraschung hatten die Mädels vom Fussballstammtisch für mich, denn sie haben während meiner Abwesenheit gemeinsam mit Herrn Hoffmann vom Markant in Holzhausen und unterstützt von der TSG Holzhausen/Sylbach, Getränke Langejürgen und dem Jugendhaus Holzhausen verschiedene Spendenaktionen gestartet bei denen insgesamt 1.500 € für ShelterBox  zusammen gekommen sind.Einfach nur genial und ein großes Dankeschön hierfür.

Spende

Die nächsten Tage habe ich dann erstmal dazu genutzt mich wieder an ein „normales“ Leben zu gewöhnen. Nicht jeden Tag aufs Rad steigen und abends das Zelt aufschlagen müssen ist auch was Schönes.  Und die Annhemlichkeiten des eigenen Bettes, einer warmen Dusche und funktionierender Toilette weiß ich jetzt wiedermehr zu schätzen.

Ab dem 01. Juni hieß es dann wieder auf zur Arbeit ins VitaSol und damit hatte mich der Alltag dann auch wirklich wieder.

Kapstadt

Nach den Anstrengungen der vergangenen 4 Monate hatten wir uns alle ein paar Tage in Kapstadt verdient. Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Fahrer noch einen Kurzulaub in dieser wunderschönen Stadt angehängt. Ich habe gemeinsam mit Diana und Constanze 3 tolle Tage erlebt. Wir haben natürlich auch das typische Touristenprogramm absolviert: Fahrt und Wanderung auf dem Tafelberg, Waterfront, Robben Island und natürlich das Kap der Guten Hoffnung.

Hier ein paar Fotos:

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Kapstadt ist einfach eine wundervolle Stadt mit freundlichen, hilfbereiten Menschen. Die Umgebung ist traumhaft schön und man kann so viel unternehmen, dass ich unbedingt nochmal wieder kommen muss.

Aber erstmal geht es jetzt zurück nach Hause.

90. Etappe: Malmesbury – Cape Town (88 km)

Letzter Tag: Heute morgen waren alle in Feierstimmung. Die Campsite sah zwar nach gestern Abend aus wie der Tiergarten nach der Loveparade, war aber schnell aufgeräumt. Nach einem entspannten Frühstück sind wir alle zusammen gestartet.

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Auch Rupert saß heute wieder auf dem Rad und selbst der Nebel und die Feuchtigkeit konnten unsere gute Laune nicht mindern. Durch Wiesen und Felder ging es Richtung Meer und damit zum Startpunkt des Convois. Es war total schön mal wieder mit Sally-Ann und Steph zusammen zu fahren.

Um kurz vor 11 Uhr waren wir am Meer. Hier hatten Erroll und Noel schon ein schönes kleines Büffet für uns aufgebaut.

Es wurden natürlich auch jede Menge Fotos gemacht.

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Nachdem alle Fotos geschossen waren ging es unter Polizeischutz im Konvoi nach Kapstadt. Nach gut einer Stunde sind wir am Lagoona Beach angekommen (leider durften wir dieses Jahr nicht bis zur Waterfront fahren), wo wir von Familienangehörigen und Freunden stürmisch begrüßt wurden. Ich wusste ja,dass Diana kommt, aber als plötzlich auch noch Constanze vor mir stand, war ich doch ganz schön baff. Echt der Hammer, dass die beiden etxra aus Deutschlad gekommen sind um mich in Empfang zu nehmen.  Die Ankunft war schon echt ein sehr emotionaler Moment. Alle lagen sich in den Armen und die eine oder andere Träne wurde verdrückt.

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Nachdem offiziellen Finish-Foto ging es zur Siegerehrung ins Hotel. Erst erhielten wir alle unsere Medaillen und dann wurden die Sieger geehrt. Bei den Männern hat Douwe von Ruperts Ausfall profitiert und vor ihm und Jason gewonnen. Aber eigentlich waren die Mädels ja die Gewinner, denn Katja als Siegerin der Frauen und Emma als Zweite waren beide schneller als die Männer. Jean wurde Dritte.

Und von allen in Kairo gestarteten Fahrern haben nur Katja, Emma und Rob ihren EFI bis Kapstadt verteidigt. Trotz aller Probleme (Krankheiten, Stürze, Autounfälle) haben sie es geschafft jeden fu… inch zu fahren. Was für eine Leistung. Aber ich kann auch stolz auf mich sein, denn nach den 3en war ich diejenige, die die meisten Kilometer auf dem Rad zurückgelegt hat. Insgesamt bin ich von 11387 Radkilometern 11247 km gefahren.

Nach der Siegerehrung und der einen oder anderen Rede habe ich mein Rad für den Flug verpackt und dann endlich eine traumhafte lange Dusche genossen. Am Abend haben wir  zuammen mit Familie und Freunden das Ende unsere gemeinsamen Abenteuers gefeiert.

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Und der Tafelberg hat sich uns am Ende des Tages dann doch noch gezeigt.

89. Etappe: Dorp op die Berg – Malmesbury (126 km)

Vorletzter Tag: Diese Nacht hat es mehrmals geregnet und ich hab nur in meinem Schlafsack gelegen und gedacht, wenn es morgen früh regnet, fährst Du mit dem Truck. Aber pünktlich zum Weckerklingeln hat es aufgehört. Eigentlich ist es ja gut, dass es die letzten Tage so nass und kalt ist, da fällt einem der Abschied leichter. Aber es ist schon komisch sich Mitte Mai wie im Herbst zu fühlen; es riecht nach Herbst und die Blätter der Bäume färben sich.

Da Steph heute den ganzen Tag gefahren ist, sind wie gemeinsam los. Nach einem kurzen Stück Dirt ging es bald auf Asphalt weiter. Die Abfahrt über den Gydo Pass nach Prince Albert war spitze. Es war nur super kalt. Unten angekommen konnte ich meine Füße nicht mehr spüren und da es allen so ging, ist das komplette TDA-Fahrerfeld im kleinen Cafe „Fancy Nancy“ zum Aufwärmen eingekehrt. Die Stimmung in der Truppe ist super entspannt und gelöst, da das Rennen ja gestern mit dem letzten Raceday zu Ende gegangen ist und nur noch 2 kurze Tage bis Kapstadt vor uns liegen.

In kleinen Gruppen sind alle nach und nach wieder los.Der Weg führte durch Ceres und dann über den Michells Pass. Nach dem kurzen Anstieg folgte eine lange Abfahrt durch ein enges Tal. Rechts und links ragten zerklüftete Felswände auf und überall warnten Schilder vor Pavianen. Denen war es aber wohl auch zu kalt und ungemütlich, zumindest haben wir keine gesehen.

Aufgrund der Kälte haben wir heute nur einen kurzen Lunchstop eingelegt. Wir waren gerade auf dem letzten Dirtstück unterwegs, da hielt plötzlich ein Auto und ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Da stand doch glatt Sally-Ann vor uns. Sie war extra aus London eingeflogen um morgen die letzte Etappe nach Kapstadt mit uns zu fahren. Ich hab mich vielleicht gefreut.

Vorbei an Weingütern haben Steph und ich uns durch die letzten Corrugations gekämpft. Zurück auf Asphalt sind wir durch ein super niedliches Städtchen mit tollen kleinen Häusern gefahren. Kurz vor Malmesbury ging es ein letztes Mal oredntlich bergan und dann hatten wir es geschafft.

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In der ersten Kneipe saßen bereits Jason, Craig, Graham und Len beim Bier. Wir sind zuerst noch etwas weiter gefahren, als wir dann in der nächsten Lokalität auf Emma, Brian, Niel und Magic Mike gestoßen sind haben wir aber doch angehalten. Nachdem wir uns mit einer Pizza gestärkt hatten, sind wir Mädels shoppen gegangen.Wir wollten noch ein Outfit für das Abschlussessen morgen Abend kaufen. Also in unseren verschwitzen Radklamotten ab in den Laden. Ich möchte ja nicht wissen was die Verkäuferinnen gedacht haben. Wir haben alle etwas Schönes gefunden und es war super günstig.

Um kurz nach 3 Uhr waren wir im Camp. Es war herrlich mal wieder früher im Camp zu sein und alles in Ruhe erledigen zu können. Beim Ridermeeting wurde uns der Ablauf für die Ankunft in Kapstadt mitgeteilt und mit unseren Tourshirts erhielt auch jeder Teilnehmer einen Scherzpreis. Anschließend gab es Abendessen und dann wartete schon die von Craig organisierte Weinprobe auf uns. Es wurde dann noch ein langer feucht-fröhlicher Abend.

88. Etappe: Clanwilliam – Dorp op die Berg (134 km)

Letzter Mandoday der Tour. Da Steph seit längerem nur halbe Tage fährt, bin ich wie die letzten Tage allein los. Die Straße führte immer am Stausee entlang, hatte es aber ganz schön in sich. Corrugation und jede Menge Sand. Katja meinte nur als sie mich überholt hat, da hätten sie ja wieder eine schöne Straße für uns ausgesucht und wenn unsere Mountainbikespezialistin das schon sagt, dass will was heißen.

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Die Straße führte an vielen Plantagen vorbei, auf denen Kiwis, Mangos und Zitrusfrüchte angebaut wurden. Die Arbeiter waren gerade mit der Orangenernte beschäftigt.

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Kurz vor Citrusdal hat mich Troy eingeholt und wir haben im Ort gemeinsam Pause gemacht. Nach kurzer Zeit stießen auch Mike Hobin, Craig, Jason und Len zu uns. Da direkt nach dem Ort ein 19 km langer Anstieg auf uns wartete, bin ich vor den Jungs wieder los. Die erste Hälfte war Asphalt und ließ sich auch gut fahren. Aber dann ging es Offroad weiter. Die steilsten Stücke (14% und mehr) waren zwar aspahltiert, aber das half mir auch nicht wirklich weiter. Nur das Schieben ging so etwas leichter. Mike, Jason und Craig haben mich dann auch irgendwann überholt, aber Troy und Len konnte ich auf Distanz halten.

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Ich war heilfroh, als ich um kurz nach 1 Uhr auf der Passhöhe und damit auch beim Lunch war. Da es hier oben ziemlich kalt war, hab ich nur schnell etwas gegessen und meine Wasserflaschen aufgefüllt und dann ging es auch schon weiter.

In einer halsbrecherischen Abfahrt ging es zunächst den Berg wieder hinunter um nach 85 km wieder auf eine gute Asphaltstraße zu kommen.

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Bis zum Camp wartete nur der eine oder andere Roling Hill auf uns und natürlich kam auf den letzten 20 km nochmal der Gegenwind dazu. Wie könnte es auch anders sein. Wie immer zogen sich die letzten Kilometer endlos dahin.

Um halb 5 Uhr war ich am Camp. Zur allgemeinen Freude ist Rupert nach seiner überstandenden OP wieder zu uns gestoßen. Er will die letzte Etappe unbedingt mitfahren. Verrückter Hund.

87. Etappe: Nieuwoudtville – Clanwilliam (136 km)

Heute morgen bin ich um halb 8 Uhr los. Die ersten Kilometer waren heftig: viel Corrugation und Steine, aber dann wurde die Straße zum Glück besser und das Fahren machte mir richtig Spaß. An einigen Stellen war die Straße noch super schlammig und ein paar Mal mussten wir durch große Pfützen fahren, da hieß das Motto: jetzt bloß nicht stürzen.

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Kurz vorm Lunch wurde es richtig spektakulär. Wir sind über den Botterkloof Pass gefahren und konnten uns dann in einer langen Abfahrt ins schmale Tal stürzen.

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Dementsprechend schaute man beim Lunch in lauter strahlende Gesichter. Nur die Racer haben wohl ein bisschen über die Straßenverhältnisse gemotzt. Auf ihren Rennrädern ist das bestimmt auch kein Vergnügen. Da lobe ich mir ja meine Federung.

Nach dem Lunch wartete ein längerer Anstieg auf uns. Der ging bei den Straßenverhältnissen ganz schön in die Beine, aber die tollen Ausblicke belohnten für die Mühen. Die Weite des Landes ist immer wieder fasznierend. Erst in diesem Anstieg wurde ich auch von Kevin und später Mike ein- und überholt.

Zur Belohnung ging es dann kurz nach dem Gipfel wieder auf eine Asphaltstraße. Eine rasante Abfahrt führte uns zu einem netten Cafe bei 101 km. Hier haben heute glaub ich alle Fahrer gestoppt. Zwischenzeitlich waren wir zu zehnt. Die Milchshakes und der Kuchen waren aber auch zu lecker.

Leider wartete anschließend noch der Parkhuis Pass auf uns. Da hab ich mich super schwer getan. Gefühlt habe ich mehr geschoben als gefahren, aber vermutlich war ich letztendlich so auch nicht viel langsamer. Ob ich mit knapp 6 km/h fahre oder mit 5 km/h den Berg hochschiebe macht auch keinen großen Unterschied. Das Schieben fällt mir aber viel leichter.

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Nach 1,5 Stunden hatte ich es aber geschafft und gemeinsam mit Keith, Troy, Jason, Graham, Craig und Len die Passhöhe erreicht. Wir waren nun mitten in den Cedar Mountains und konnten auf der Abfahrt die tollen Gesteinsfomationen bewundern. Die Abfahrt war leider so schön, dass ich nicht für Fotos angehalten habe. Ich habe es einfach nur so genossen.Vor dem Trip hätte ich auch nicht gedacht, dass ich einmal angstfrei mit über 60 km/h den Berg runter fahre.

Um kurz vor 4 Uhr waren wir in Clanwilliam und sind erstmal im SPAR eingekehrt um uns mit Getränken und Snacks zu versorgen. Dann ging es zur Campsite, die direkt an einem Stausee liegt. Hier sah man auch die Trockenheit mit der dieser Teil Südafrikas zu kämpfen hatte, der See war fast leer.

Da ich so spät im Camp war hab ich es gerade noch so geschafft mein Zelt zu trocknen und zu duschen, dann war es auch schon wieder Zeit für Ridermeeting und Abendessen.

86. Etappe: Kliprant -Nieuwoudtville (140 km)

Heute morgen bin ich als eine der ersten los. Die ersten 10 km waren wieder üble Waschbrettpiste, aber danach wurde es besser. Die Landschaft war wieder traumhaft schön.

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Es muss hier in den letzten Wochen super viel geregnet haben, denn stellenweise war die Straße voller Schlamm oder halb weggespült. Gut 30 km vorm Lunch stand Troy mit aufgeschlitzem Reifen. Zum Glück hatte ich Panzertape dabei. Damit konnte er den Reifen in bester McGyver-Manier notdürftig flicken. Als wir zum Lunch kamen, haben wir Caitlin losgeschickt, er solle mal Troy einsammeln, aber schon nach 5 Minuten war er wieder da, da der Reifen so gut hielt, dass Troy schon kurz vorm Lunch war. Er ist dann auch die komplette Etappe damit zu Ende gefahren.

Bei 85 km kamen wir wieder auf Asphalt. Nach etlichen tollen Abfahrten wartete am Ende nochmal ein ordentlicher Anstieg auf uns, in dem mich dann auch Mimi, Jason, Craig und Len überholt haben.

In Nieuwoudtville hab ich erstmal am SPAR angehalten und was zu Trinken und zu Essen gekauft. Ich habe mich an den Straßenrand gesetzt und dem Treiben auf der Straße zu geschaut. Überall wuselten TDA Fahrer in Lycra rum, sah fast aus wie eine Invasion von einem anderen Stern. Lustig.

Frisch gestärkt ging es dann zum Caravanpark etwas außerhalb des Ortes, unserem heutigen Camp. Heute Abend war Südafrika Talk mit Tallis, d.h. es gab Infos zu Südafrikas Geschichte, Geologie etc. Aber da es so kalt war, haben wir uns alle ganz schön einen abgefroren. Als Tallis fertig war bin ich förmlich zu meinem Zelt gesprintet. Im Schlafsack ist es wenigstens schön warm.

85. Etappe: Springbok – Kliprant (153 km)

Heute morgen war es super kalt,neblig und das Zelt war sowohl von außen und innen tropfnass. Da wollte man gar nicht aus dem Schlafsack krabbeln. Der einzige Lichtblick war heute morgen der Frenchtoast zum Frühstück.

Begleitet von einem tollen Sonnenaufgang zwischen den Bergen, saßen wir um kurz nach 7 Uhr auf den Rädern. Die Landschaft war einfach wunderschön, dafür war die Straße der pure Horror: Corrugation und Sand und das auf 149km. Wir waren uns abends alle einig, dass es noch schlimmer war als im Sudan. Einer der härtesten Tage der Tour.

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Um 12 Uhr hatte ich die 80 km zum Lunch hinter mich gebracht. Zuerst hatte ich die Hoffnung, die Straße würde nach dem Lunch besser, aber dem war leider nicht so. Aber wenigstens hatten wir Rückenwind.

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Allerdings leider nur bis 20 km vorm Ziel. Nun wurde die Straße so sandig, dass ich mehrere Male absteigen musste und dazu noch Gegenwind. Als es dann auch noch bergauf ging, hätt ich am liebsten geheult.Die Kilometer zogen sich wie Kaugummi und ich wollte nur noch ankommen.

Gegen 20 nach 4 Uhr hatte ich es geschafft. Man war ich ko. Alles tat weh: Fuß, Knie, Po, Rücken. Und dann noch eine kalte Dusche. Wenigstens der Tee hat mich wieder aufgewärmt.

Gil wurde heute vom Lunchtruck eingesammelt, da er es nicht vor Einbruch der Dunkelheit ins Camp geschafft hat und Jean kam als letzte an, direkt mit Sonnenuntergang, als wir anderen bereits mit Essen fertig waren.

84. Etappe: Felix Unite – Springbok (137 km)

Auftakt zur letzten Radwoche. Ich bin heute morgen zügig los und war schnell an der Grenze. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl über den Orangeriver nach Südafrika zu fahren, dem letzten Land unseres Trips.

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Dieser Grenzübertritt war der unspektakulärste der gesamten Tour. Bisher hat man immer gleich an der Grenze gemerkt, dass man sich in einem andern Land befindet, aber hier war alles irgedwie gleich:Die Landschaft, die Leute, die Sprache, selbst das Geld (in Namibia kann auch mit südfarikanischem Rand bezahlt werden, da die Währungen gekoppelt sind, und die meisten Geldautomaten haben alle nur Rand ausgespuckt).

Direkt nach der Grenze ging es wieder in die Berge. Der Anstieg zog sich zwar, aber in einer moderaten Steigung, die ich gut bewältigen konnte.

Das Highlight vorm Lunch war eine Gruppe Erdmännchen, die neben der Straße spielten. Leider war ich so fasziniert, dass ich gar nicht daran gedacht hab meine Kamera rauszuholen. Ich habe es einfach genossen den putzigen Kerlchen zuzuschauen.

Nach dem Lunch habe ich mich bei 82 km zu Jason, Craig und Len gesellt, die an einer Tankstelle einen Cokestop eingelegt hatten. Auf den letzten 50 km ging es dann immer munter bergauf und -ab durch die eine oder andere Baustelle. Zum Glück durften wir Radfahrer immer auf der gesperten Seite fahren und konnte so dem zunehmenden Verkehr aus dem Weg gehen.

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Wir campen heute auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Springbok. Eigentlich hatte ich überlegt noch einen Abstecher in den Ort zu machen, aber da Sonntag war hatten eh alle Geschäfte geschlossen. Im Camp angekommen folgte das tägliche Ritual: Zeltaufbau, Dusche, Suppe. Hier merkt man jetzt auch, dass in Südafrika der Winter vor der Tür steht. Es wurde schnell so kalt, dass wir nach und nach Schicht über Schicht angezogen haben. Die eine oder andere sah nachher aus wie bei einer Polarexpedition.

Nach dem Abendessen haben wir uns noch am Lagerfeuer, begleitet von Davids Gitarrenklängen und Gesang, aufgewärmt.

Morgen wartet ein lager Tag auf uns: 153 km und davon 149 offroand.